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Hirngespinste Privat

Austausch im Dreigestirn

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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 316 mal aufgerufen
 Austausch, Fragen, Praktiken
Martinus Offline



Beiträge: 43

11.05.2010 07:04
Die Lehre des frühen Buddhismus Zitat · Antworten

Ich sammele einige Infos aus "Michael von Brück: Einführung in den Buddhismus" zusammen.


Religionsgeschichtlicher Hintergrund


Wenn wir die vorbuddhistische brahmanische Religion betrachten !1500-500 v. Chr.), die von einem priesterlichen Kult geprägt war, „der durch Opfer (und Askese) die Kontrolle des Schicksals ermöglichen sollte", war dies eine gänzlich andere Anschauung, als die, die Siddharta Gautama Sakyamuni vertrat. Karman als rituelles Handeln. Erst um 600 v. Chr. tauchte die Idee des endlosen Kreislaufs der Wiedergeburten auf (samsara). Karma wurde auf das Handeln allgemein bezogen, nicht nur auf rituelle Handlungen. Die neue Idee des Begriffes lässt auf jede Handlung eine Reaktionskette folgen, die sich über viele Reinkarnationen erstreckt. Demnach ist das Schicksal nicht zufällig, „es erscheint nur demjenigen als blind, der die wirkenden Ursachen und Bedingungen nicht kennt.“

Weil jedes Handeln Brennstoff für späteres Leiden im Kreislauf der Geburten sein konnte, traten strenge asketische Schulen auf (iramanas), die entweder den völligen Verzicht des Handelns lehrten oder, da viele Handlung durch Regung des Bewusstseins verursacht sind, das Bewusstsein zu kontrollieren, um die Motivation einer Handlung genaustens zu prüfen. Das hatte radikale Askese und Abtötung körperlicher Begierden zu Folge, auch Aufgabe an Bindungen zu sozialen Systemen usw. Der Wertekanon der gesamten brahmanisch-vedischen Zivilisation wurde herausgefordert. Zu dieser Zeit gab es aber auch Materialisten (lokayata), die die Karmalehre ablehnten.

Zitat von von Brück
Der Buddha dagegen emphielt den „Mittleren Weg“ zwischen Sinnesgenuß und Abtötung der Sinnlichkeit, denn nicht durch den Leib schändende Askese wird ein Mensch rein, sondern durch geistigen Frieden und sittliches Handeln (Samyutta-Nikaya 5, 56, 11, Dhamapada 141 f.)



Buddha lehnt die Wirsamkeit und und Ziele brahmanischer Opferrituale ab, empfiehlt maßvolle Askese und Handeln zum Wohle anderer Lebewesen. Den Glauben an Reinkarnation hält er fest, auch die Möglichkeit , „zur vollkommenen geistigen Befreiung zu gelangen (nirvana).“

Im Buddhismus geht es um die „Ethisierung des karman-Gedankens“ Die Befreiung des Geistes gegenüber einem Schicksal in spiritueller Praxis. Die brahmanischen Opferkulte verlieren hierin an Bedeutung.

Jetzt folgen noch so schöne Sätze, die ich ungekürzt wiedergebe:

Zitat von von Brück
Es kommt hinzu, daß die vedische Religion von der Zeit der Brahmanas (um 1000 v. Chr.) bis zu den Upanishaden und auch der Buddhismus von einer grundsätzlichen Entsprechung der mikro-kosmischen und makrokosmischen Prozesse ausgehen: Die Kräfte und Gesetze, die das Universum lenken, bestimmen auch den menschlichen Organismus und das Bewußtsein. Das bedeutet, daß das karman die Lebensmuster der Menschen über viele Geburten und Wiedergeburten hinweg ebenso steuert wie die Zyklen der kosmischen Evolution.



Da steckt irgendwie die Holontheorie drin. Das Gewebe des Lebens, alles ist vereint.

Buddhas Erkenntnis ging über das bisher bekannte hinaus, weil er „die Analyse des Leidens radikal vollzog“. Das Geschick des Einzelnen wird betrachtet auch wenn er mit dem Ganzen verflochten ist. Der Mensch ist aufgefordert mit der Praxis des dharma zu beginnen.

Buddha hat das Rad der Lehre in Bewegung gesetzt.

Liebe Grüße
mArtinus

Taxine Offline




Beiträge: 128

11.05.2010 08:50
#2 RE: Die Lehre des frühen Buddhismus Zitat · Antworten

Hallo werter Martinus,

vielen Dank für den Einblick , ich bin schon die ganze Zeit neugierig auf das Buch , weil der Preis (für mich) im Moment doch noch etwas happig ist.

Zitat von Martinus

Da steckt irgendwie die Holontheorie drin. Das Gewebe des Lebens, alles ist vereint.



Die Holon-Theorie bestätigt sich irgendwie in vielen Dingen. Bei Hegel fand ich sie, als er sein Quantum beschrieb, selbst in diesem Bespiel fand ich die Andeutung:

Zitat von Schumann "Der historische Buddha
Die Wiedergeburtexistenzen einer Wiedergeburtenfolge sind nicht wie die Perlen eines Perlenhalsbands durch eine Schnur, die "Seele" verbunden, die sich durch alle Perlen hindurchzieht, sondern sind eher aufeinandergetürmten Würfeln ähnlich: Jeder Würfel ist separat, trägt aber den nächsthöheren und ist mit ihm funktionell verbunden. Zwischen den Würfeln besteht keine Identität, sondern Bedingtheit.


Nimmt man den Würfel als Kugel (zweidimensional dann als Kreis) stimmt das Ganze wieder überein.

Ken Wilber hat das wirklich anschaulich zusammengefasst - eben genau in jenen Holons.

Martinus Offline



Beiträge: 43

11.05.2010 23:03
#3 RE: Die Lehre des frühen Buddhismus Zitat · Antworten

Hallo,

zu Schumanns Bild mit den Würfeln: Wilber spricht in "Naturwissenschaft und Religion" von Verschachtelungen (ähnlich dem Würfelbeispiel).

Die vier edlen Wahrheiten

Schon in frühester buddhistischer Überlieferung, in der ersten „Predigt von Benares“ erscheint der Kern von Buddhas Verkündigung: Die vier edlen Wahrheiten.

Zitat von von Brück
1.die Erkenntnis, daß alles Anhaften an vergänglichen Dingen zur Frustration führt.
2.Die Aufdeckung der Unruhe dieses Sachverhaltes,
3.die Einsicht in die Möglichkeit, diesen leidvollen Zustand zu beenden,
4.die Darlegung des Weges zur Befreiung.



d.h. Es wird festgestellt, alles Dasein ist duhkha ist (Frustration, Leiden), die Ursache davon ist das Begehren (trsna). Dieser Zusammenhang wird erkannt und kann aufgelöst werden (duhkhanirodha) . Dann wird im 4.Schritt der Weg aufgezeigt, wie die Unwissenheit (avidya) des Menschen über sich sellbst aufgehoben wird, die Überwindung des Leidens dann im „Edlen Achtfachen Pfad“ (aryastangamarga) beschrieben wird.

Spekulative Fragen nach der ersten Ursache der Welt, der Ursache des Leidens, auch nach dem metaphysischen Grund des Bösen werden von Buddha als irrelevant abgelehnt, auch der keislauf der Wiedergeburten wird anfangslos gedacht. Die Aufmerksamkeit wird nur auf den Weg der Befreiung fokussiert, Buddha aber vom nirvana spricht, welches dem Zyklus von Werden und Vergehen nicht unterworfen ist. Es ist keine Auslöschung sondern ein >Ausblasen der Ich-verhaftung<.

In der Wirklichkeit ist alles zusammengesetzt und alls ist vergänglich. Alles vollzieht sich innerhalb der Kausalkette des karman. Das Vergängliche ist leidvoll, weil der Mensch dem Augenblick Dauer verleihen will. Und genau darin liegt das Leid, weil die Dauerhaftigkeit des Menschen ein grober Irrtum ist, wird er doch vergehen, wie alles andere auch, was in der Wirklickkeit ist.

Zitat von von Brück
Da der Mensch genauso zusammengesetzt ist wie alle anderen Dinge, hat er keine ewige und unzerstörbare Identität, sondern er ist ein System, das sich aus Grundelementen (skandhas) nach den Strukturmustern des karman dauernd zusammensetzt, aulöst, wieder zusammensetzt usw.



Die Wurzel des Leiden kann nur mit Einsicht (prajna) überwunden werden, einer Einsicht, die sich in meditativer Versenkung gründet.

(in folgenden Beiträgen geht es um dharma, um die Glieder des "Achtfachen Pfades, um die Theorie der skandhas, um die zwölfgliedrige nidana-Kette, usw).

Mal sehen wie ich das schaffe. Eins nach dem anderen. Ich arbeite ja wieder.

Liebe Grüße
mArtinus

Martinus Offline



Beiträge: 43

13.05.2010 21:20
#4 RE: Die Lehre des frühen Buddhismus Zitat · Antworten

Hallo,
und nun kommt das...

Dharma

Dharma ist das Unwandelbare, was sich in vorbuddhistischer Zeit vor allem auf die soziale Ordnung bezog, die Pflicht eines Menschen, „die er nicht als Individuum, sondern aufgrund seiner Kastenzugehörigkeit zu erfüllen hatte, um die unveränderliche Sozialordnung aufrecht zu erhalten.“ Dharma im buddhistischen Sinne umfasst die ganze Wirklichkeit – Daseinsfaktor, der Begriff wurde von Helmut Glasenapp eingeführt. Ein großer Anteil buddhistischer Philosophie bestand darin, diese Faktoren zu unterscheiden und zu klassifizieren. Eine allgemeine Verwendung des Begriffes dharma findet sich in den Drei Juwelen(triratna: Buddha, dharma, sangha). Dharma bedeutet hier „die erkennbare und lehrmäßig zu erkennende Struktur der Wirklichkeit sowie die Wahrheit, die mit dem Begriff nirvana bezeichnet wird.“

Buddhagosha, ein Gelehrter und Kommentator des Theravada-Budhismus im 5. Jahrhundert n. Chr. hat die Philosophie des dharma unter vier Kategorien zusammengefasst:

Zitat von von Brück
- guna (>>Eigenschaft<<)
- desana (>>seine Lehre<<)
- pariyatti (>>Schrift<<)
- nissatta (>>Dinge<< bzw. >>Daseinsfaktoren<<)


Dharma beschreibt eine Ursache, die bestimmte Eigenschaften (guna) hat. Karmisch sind sie entstanden und bringen im Zusammenhang mit anderen Ursachen bestimmte Wirkungen hervor. Die achtzehn Eigenschaften eines Buddhas sind auch dharmas. Die Lehre Buddhas ist ein dharma, weil die Lehre für die Erkenntnis der Wirklichkeit steht. Drittens wird die Unterteilung der Lehrtraditionen als dharma bezeichnet (Schrift). Der vierten Kategorie gehören die Daseinsfaktoren an. Typisch für die buddhistische Philosophie ist die Frage nach den Bausteinen der Wirklichkeit, die sich aus den Erfahrungen der Vergänglichkeit ergibt, „damit sie die negativen Faktoren analysieren und eliminieren können.“ Es wurde auch diskutiert ob nirvana ein dharma sei, schließlich ist es nicht bedingt und vergänglich. Nicht die Erscheinungen, sondern die grundlegenden Komponenten der Erscheinungen sind die dharmas. So wurde argumentiert.
In der frühen buddhistischen Literatur ist die Anzahl der dharmas noch nicht festgelegt. In späteren Schulen versuchte man diese Faktoren zu systematisieren.

Das grundlegende Charakteristikum der Wirklichkeit: Sie besteht aus Elementen, „die einander bedingen und in wechselseitiger Kausalität miteinander wirken.“

Liebe Grüße
mArtinus

Martinus Offline



Beiträge: 43

14.05.2010 22:48
#5 RE: Die Lehre des frühen Buddhismus Zitat · Antworten

Und so schreiten wir zum

„Edlen Achtfachen Pfad“

Um den Kreislauf der Leiden zu beenden, dient die vierte der „Vier Edlen Wahrheiten“, und das ist der „Achtfache Pfad“. Ihm liegt die Erkenntnis zugrunde, daß sie leidverursachende Faktoren wie Unwissenheit. Begierde und Haß sich verändern, diese leidverursachenden Faktoren vom Bewusstsein abgelöst weden müssen um eine Reinigung des Bewusstseins herbeizuführen.

Die dreifache Gliederung des Buddhismus in Lebenspraxis (sila), Bewußtseinsschulung (samadhi) und Erkenntnis (prajna) bezieht sich wie folgt auf den „Achtfachen Pfad“: Die Glieder 1-2 beinhalten die Erkenntnis (prajna), die Glieder 3-5 die Lebenspraxis (sila) und die Glieder 6-8 die rechte Meditation bzw. Bewußtseinsschulung (samadhi). Die achtGlieder sind nicht aufeinanderfolgende Stufen, sondern wirken gleichzeitig aufeinander und sollen alle gleichzeitig bedacht und gepflegt werden.

I.samyak-drsti - Ganzheitliche Anschauung. Die Einheit von Motivationen, Handlungen und Wirkungen werden als wahre Natur der Wirklichkeit betrachtet.

II.samyak-samkalpa - Ungeteilter Entschluss. „Die Einsicht in die ganzheitlichen Anschauung zu vertiefen und im ganzen Leben zu verwirklichen.“

III.samyak-vac – Untadelige Rede. Es werden „ keine ich-bezogenen Werturteile auf die Wirklichkeit projiziert und weder falsche Verherrlichnung noch Verleumdung“ zugelassen.

IV.samyak-karmanta – Vollkommenes Handeln - Die Glieder II (ungeteilter Entschluss) und III (untadelige Rede) gewinnen konkrete Gestalt im individuellen Leben und in der Gemeinschaft mit allen Lebewesen.

V.samyak-ajiva – Ganheitliche Lebensführung - Alles Handeln wird von der Motivation bestimmt, die karmische Wirkungen hervorbringt, d.h. Der Lebensunterhalt soll auf solche Weise verdient werden, sodass er mit den Gliedern des Pfades verträglich ist.

VI.samyak- vyayama - Gleichgewichtige Anstrengung - Geduld üben, den Bewusstseinsstrom in Ausgeglichenheit lenken, rechtes Verhältnis von Anspannung unn Entspannung; auf diese Weise einen Zustand heiterer Gelassenheit zu erreichen.

VII. samyak- smrti – Unablässige Achtsamkeit – alle physischen, psychischen und geistigen Vorgänge werden bewusst und kontrollierbar gemacht.

VIII.samyak- samadhi – Ganzheitliche Einswerdung – Die Einheit aller Bewusstseinsvorgänge im Geistgrund erfahren; die Seligkeit der Einheit im Ganzen, in der das Ich sich völlig losgelassen hat.


Wenn ich das alles so aufschreibe, wird mir bewusst, was für ein umfassender Weg der Buddhismus ist, und scheint mir auch sehr dizipliniert zu sein, d.h. es ist ein jahrelanges üben, üben, üben, warscheinlich über mehrere Reinkarnationen hinweg.


mArtinus

AscoltO Offline



Beiträge: 53

15.05.2010 02:43
#6 RE: Die Lehre des frühen Buddhismus Zitat · Antworten

Werter mArtinus,


ich danke Dir aus meinem vollen Herzen für diese "einfachen" Untergliederungen sowie die den Spiegel Deiner Einführung in den Buddhismus und hoffe du findest gefallen an dieser "erst einmal" bisher theoretischen Erkenntnis.
Eine sehr weise Aussage ist die, dass der Praktizierende genau dies vor sich, der Buddhismus ist eine Geistesschule die eine ungeheure Energietransformation in sich potenziert, aus der Sicht und dem Einfluss aller Gedanken, Taten und Handlungen und samsarischen Nichtgeistprojektionen den wahren Geistesblick (Gurublick), das Erwachen zu schulen ist eine disziplinierte Übung und demnach ein mit sich begleitender geduldiger Weg der täglichen Einsichten und der ist langatmig.....gegebenenfalls und dies sehr wahrscheinlich, ein übergreifender Weg von Wesenform in die kommende Wesensform.
Will sagen, dass Nirvana sowie das Satori, also das Erwachen ist eine Konstante der unaufhörlichen Übung und Praxis, es ist nicht mal so...eben... um die kurzweilige westliche Sicht zu klaren, ein esoterisches Gefühl oder aber auch der Erkenntnisgewinn einer Kurzdynamik des Geistes an dem naschen der Dharma.

Dennoch....Der Tod ist ein Atemzug entfernt, Nirvana ist ein Atemzug entfernt!

Es dreht sich also um diesen einen Atemzug, dem Erwachen aus der Verblendung auf die Ebene der Realität, projektionsfrei.
Dies ist alledings nur im "kostbaren Menschenleben" möglich, also nur in der Wesensform die wir gerade materialisieren. Der Dharmagenuss und die daheraus sich ergebenen Übungen sind nur als Mensch praktizierbar, doch wieviele Lebensformen gibt es und welche sind in ihrem Lebenswerk vorm Dharmastudium ausgeschlossen. Also ist es vielleicht sehr wichtig und zwar in jedem Augenblick, bewusst zu sein, welch glückliches Karma wir gerade erleben und welche Bedingungen wir vorfinden. Wir leben als Mensch, also in der Wesensform wo uns die Dharma zugänglich, wo wir nach dem Unterscheidungsprinzip lernen und uns schulen können, wir unserem kontunierlichem Bewußtsein sehr reflektiv (Spiegel) betrachten können. Wir finden die Zeit um uns zu reflektieren und wir leben in den Bedingungen die uns erlauben über unsere Instinkte der materielen Lebensform hinaus zu kontemplieren (vielleicht ist dies biblisch:Gottes Ebenbild?).

Es ist daher einem geläuterten Dharmageniesser sehr wichtig erst einmal soviel gutes Karma zu sammeln um negative Handlungen zu vermeiden um eine Wiedergeburt als kostbares Menschenleben wieder zu erlangen. Dies ist der erste Schritt in dem Erkenntnisgewinn und deshalb versuchen die Praktizierenden erst einmal alle Handlungen zu vermeiden die ein kostbares Menschenleben ausschießen, also alle unheilvollen causalen Ursachen nicht zu praktizieren die eine auf das Karma negative Energie manifestieren.

Daheraus entstanden die Schulen des Respektes und der Höflichkeit, der Demut sowie der Geduld und des Mitgefühls die zur Güte und demnach zur einer Einsicht, das alle Wesen in sich ein Buddha und alle Wesen ein Streben in die Nurgeistform, also das Nirvana anstreben.

Das kostbare Menschenleben ist so unwahrscheinlich wie das auftauchen des Kopfes einer Meeresschildkröte im unendlichen Ozean in einen Rettungsring.....

Es ist daher sehr wichtig unsere Daseinsform als kostbares Menschenleben zu kontemplieren, uns vorzustellen wieviel und welche andere Daseinsformen in diesem "leidhaften" materielen Leben uns umgeben und wieviel Verantwortung wir für unser Eigenes dasein und für all die anderen Lebensformen des Buddhas um uns und wie wir unsere Sicht so schulen um diese Einsicht zu praktizieren.

(Versprechen...: Wer über das kostbare Menschenleben kontempliert, der erfreut sich an einer immens potenzierten Glücksenergie und strafft die Disziplin in sich wenn in dem Bewußtsein die Erkenntnis erwacht, das alle Lebensformen die ersteinmal uns sichtbar, vielleicht nicht die Möglichkeit des Erwachens und daher welch eine Verantwortung in/an uns, diesen Lebensformen behilflich auch eine Selbstreflektion sowie an dem Erkenntnisgewinn zu naschen, dass all das um sich Ergreifende, eine Projektionsfläche des Karma?


om mani padme hum

Taxine Offline




Beiträge: 128

15.05.2010 07:00
#7 RE: Die Lehre des frühen Buddhismus Zitat · Antworten

Werter Ascolto,
wie unterscheiden sui "das Gute für sich Selbst" und die Projektion "Ich"?
(Ich erinnere mich an uire Worte, dass sui nichts an Leidenschaften und Schmerzen, denen sui im Leben begegnet sind, missen möchten. Ist dies aber nicht genau die Illusion "Ich", durch die Leiden entsteht? Oder können sui sagen, sui hätten all das nun überwunden?)

Liebe Grüße
tAxine

AscoltO Offline



Beiträge: 53

15.05.2010 18:31
#8 RE: Die Lehre des frühen Buddhismus Zitat · Antworten

Werte Dame,

es gibt kein Gutes für sich selbst, es gibt nichts Gutes....und weder Schlechtes. Es gibt, wenn das Glück und wenn das Leid und in diesem Sinne ist dass Glück die Abstinenz des Leids und das Leid daher die Abstinenz des Glücks. Es gibt wenn, dass Leid und dies ist materiel oder projektiv wenn dies sich manifestiert, also von unseren Sinnesaggregaten wahrgenommen/gefühlt dann ist es, die Perspektive auf unser Leid und es gibt die Perspektive aus dem geistigen Kontinium, die wenn unheilvoll auch leidvoll projeziert. Das gleiche gilt für das Glück, genauso wie es die Sinnesaggregate wahrnehmen so ist der Fokus, die Perspektive ist dann Glück.

Wenn das Gute also dass Glück dann ist es genauso immer anwesend wie das Leid, es ist unserer Geisteszustand der dies beurteilt und entweder erfährt dieser Glück oder in dem gleichen Fokus aus einer anderen Perspektive.... Leid?

Demnach ist es die Betrachtung des Glück oder des Leid und demnach erfährt/empfängt der Betrachter aus seiner Perspektive die aus seinen Handlungen und daher aus seiner Geistesschule die Ursache und deren Wirkung.

Es ist also sinnvoll die Auswirkungen unserer Handlungen, unserer Assoziationen und deren Ursachen zu kontemplieren und demnach die Wirkungen ob dass Glück oder das Leid betrachtet und demnach sich manifestiert.

In der Schulung dieser Betrachtung ist es ein Pfad, dass Glück als immmer anwesend, also als Manifestation des Geistes zu verstehen/akzeptieren, alles ist Glück und daher existiert kein Leid sobald diese Betrachtung von einem Atemzug zu einem Anderen folgt ist das Leid abstinent und daher nicht mehr geistig anwesend.

Der Weg diese Betrachtungen zu manifestieren, also zu verankern ist nicht nach dem Guten oder dem Schlechten zu unterscheiden sonder Handlungen und Gedanken zu reinigen die sich als leidvoll darstellen, wenn sie wie ein "Rucksack" der Perspektive anheim?

Die Reflektion des Geistes ist demnach immer abhängig aus seiner Impulsenergie und reflektiert dann diese.

Einfach: Schaffe ich Gutes, erschaffe ich Glück, nehme daran teil, meine Sinnesaggregate und mein geistiges Kontinium wird dieses reflektiert, erschaffe ich Leid dann ist es genauso, diese Reflektion.

Es gilt also nachhaltige Glückskonzepte für alle causalen Zustände, also auf alle Lebensfomen zu kontemplieren und für diese nachhaltiges Glück zu bewirken (Mettasutra)...

Dennoch empfängt das geistige Kontinium die Impulse und deren Reflektion in unterschiedliche Wahrnehmungen aus unterschiedlichen Ursachen und dies zu kontemplieren ist in der Betrachtung in der Lehre über das Karma beinhaltet.....

ps. persöhnlich.es....

ich habe nichts überwunden und demnach bin ich ein Praktizierender der versucht im buddhistischen Sinne ein kostbares Menschenleben wieder zu erfahren und meine Handlungen und Gedanken auf dies auszurichten.... Den Keim des Leids zu erfassen und in jedem Atemzug zu transformieren was in Diesem, für wen und allem Glück manifestiert!

ich bin ein shessin, ein Anfänger.geist



dadd olle A

Martinus Offline



Beiträge: 43

15.05.2010 19:58
#9 RE: Die Lehre des frühen Buddhismus Zitat · Antworten

Werter ascolto,

Zitat von ascolto
ich danke Dir aus meinem vollen Herzen für diese "einfachen" Untergliederungen sowie die den Spiegel Deiner Einführung in den Buddhismus und hoffe du findest gefallen an dieser "erst einmal" bisher theoretischen Erkenntnis.


Ja, das macht mir große Freude. Diese theoretischen Grundlagen sind ja wichtig, um sich bewusst zu machen, worum es im Buddhismus geht.

Zitat von ascolto
In der Schulung dieser Betrachtung ist es ein Pfad, dass Glück als immmer anwesend, also als Manifestation des Geistes zu verstehen/akzeptieren, alles ist Glück und daher existiert kein Leid sobald diese Betrachtung von einem Atemzug zu einem Anderen folgt ist das Leid abstinent und daher nicht mehr geistig anwesend.



Das Leid, die Veränderlichkeit der Welt, wird an sich ja nicht als das große Übel angesehen. Es geht um die Reinigung des Bewusstseins, um die Geistesschulung. Aus der Tatsache, dass es Leid überhaupt gibt, daraus erwächst überhaupt die Lehre, Geistesschulung.

Zum Sonntag die Metta-Sutta, die auch in meinem Buch vollständig zulesen ist. Durch die liebende Güte gereinigt hat der/diejenige die geistige Befreiung erreicht und lebt in Achtsamkeit.

Metta-Meditation

Liebe Grüße
mArtinus

Taxine Offline




Beiträge: 128

16.05.2010 01:11
#10 RE: Die Lehre des frühen Buddhismus Zitat · Antworten

Werter Amo.

Zitat von AscoltO
Werte Dame,

es gibt kein Gutes für sich selbst, es gibt nichts Gutes....und weder Schlechtes. Es gibt, wenn das Glück und wenn das Leid und in diesem Sinne ist dass Glück die Abstinenz des Leids und das Leid daher die Abstinenz des Glücks.




Sowohl der Dalai Lama als auch Sogyal Rinpoche (warum schreiben eigentlich manche auch Rimpoche???) betonen, dass das Ich eine Illusion ist und nicht ausgelöscht werden kann, da es gar nicht erst existiert. Das alles sind die Anhaftungen unserer Gewohnheiten, der Grund unseres gewöhnlichen Geistes. Gleichzeitig betonen beide, dass es nicht selbstsüchtig oder falsch sei, gut zu sich selbst zu sein. (Mir leuchtet es insoweit ein, weil es auch meine These bestätigt, dass nur, wer sich für sich selbst wohlfühlt, auch Hilfe für andere leisten kann, wer aber sich selbst hasst oder wenigstens nicht mag, in der Hilfe für andere nur einen Ausweg sucht, um von sich selbst abzulenken, und damit auch kaum Hilfe leisten kann.) Bei Sogyal Ronpoche steht in der Fußnote:
(Es) ist ein zentraler Punkt in den Lehren, dass wir lernen, großzügig uns selbst gegenüber zu sein, uns mit uns selbst anzufreunden und unsere eigene Güte und unser Vertrauen zu entdecken.

Natürlich führt genau das dazu, dass wir dadurch auch unser "gutes Herz" entdecken. Wie ist es auch einem Menschen möglich, der sich selbst nicht mag? Er wird wohl kaum gefälliger in die Welt blicken als auf sich selbst.

lich
tAxine

AscoltO Offline



Beiträge: 53

16.05.2010 10:31
#11 RE: Die Lehre des frühen Buddhismus Zitat · Antworten

Werte Dame,


zu sich selbst gut sein...... ist zu praktizieren.....

Wenn ich zu allen Wesen fürsorglich sowie im Mitgefühl verweile (Metta), warum sollte man denn dann das "vermutliche" Selbst auslassen? Gut, das sobenannte "Ich" ist eine samsarische Projektion und in keiner Kontemplation zu finden,nur verwehende Prozesse (Stoffwechsel) aus materiellen Erfahrungen und geistigen Bewegungen (Gedankenfluß) sind aufzufinden, aber kein "festes Ich", nur ein projezierter samsarischer Prozeß? Demnach kann man auch sich selbig, also das vermutete und nicht existente "Ich" genauso wie andere Wesensformen betreuen und achten, es demnach fürsorglich verwalten und mit der gleichwertigen Anteilnahme betrachten wie alle Lebensformen. Es ist der gleichwertige Geistesspiegel sowie auch die anderen Kontinien.

Sogyal hilft mit seiner Aussage dem Elephantengeist, den der schließt immer von sich auf andere...... Will sagen, in dem samsarischen Denkmuster entwickelt man in nicht disziplinierter und achtsamer Form immer mehr Anteilnahme durch unsere Erfahrungen an uns selbig (Alltagsweisheit: Was du nicht für dich selbst willst das verlange nicht von anderen usw.).

daheraus zu schließen nur ein wohlfühlendes und "gut betreutes Ich" kann anderen bzw. mit mehr Güte handeln ist ein Trugschluß des Ego, das hier den Reiter über den Rücken spornt? Auch ein sich unwohl und unausgeglichenes Wesen kann voller Mitgefühl und Güte handeln. Diese Azzosiationskette ist aus der samsarischen Lehre der Pshychologie in eine Umdeutung des Prinzip der buddhist. Perspektive, die da ist:

Bin ich gut (voller ethischen Taten (Mitgefühl usw.), also handel ich zum Wohle der anderen handle ich auch zum Wohle von meinem geistigen Kontinium, denn es gibt keine Trennungen (der Formen) zwischen den Wesen!

OM....allumfassend

om muni muni mahamuni svaha

Martinus Offline



Beiträge: 43

11.02.2011 05:39
#12 RE: Die Lehre des frühen Buddhismus Zitat · Antworten

Skandhas

Das sind fünf fünf Gruppen oder Wirklichkeitsbereiche, die Zusammenwirken, wenn eine menschliche Person entsteht. Im Theravada haben diese Grundbausteine Sustanz. Im Mahayana wird
wegen der Lere der Leerheit jede Verdinglichung vermieden. Die skandhas können wir uns als vorübergehende Zustände eines fließenden Prozesses vvorstellen.

Die fünf Gruppen:


1)Ripa-skandha:(Körper)

die Ebene sinnlich wahrnehmbarer Formen, die als materielle Wirklichkeit erscheint (zusammengesetzt aus den vier Naturelementen und der feinstofflichen Realität.

Frage: Was für eine feinstoffliche Realität soll der materielle Körper denn haben? Eine Seele gibt es bei den Buddhisten ja nicht. Das Ich wird wie eine Illusion im Gehirn hergestellt.

2)Vedana-skandha (Gefühle)

Ebene der Empfindungen und Gefühle, die als Reaktion äußerer Sinneseindrücke oder bei inneren Gemütsregungen entsteht. Die Empfindungen werden erfahrbar durch Kontakt mit den inneren Organen:

Auge/Aussehen; Ohr/Geräusch; Nase/Geruch; Zunge/Geschmack; Tastorgane/Berührung; Denkorgan (manas)/Geistige Objekte

Am Beispiel des Auges (Sehnerv) und der Tastorgane kann man auch als physiologischer Laie erkennen, dass der Kontakt ausgehend vom Gehirn durch Nervenbahnen hergestellt wird.

Sechs Arten von Bewusstsein werden hinzugefügt: Seh- Hör- Riech- Schmeck- subtiles - und Denkbewusstsein (Natürlich könnte man diese sechs Arten auch als sechs Untergruppen des menschlichen Bewusstseins ansehen).

Die Wahrnehmung ist eine Konstruktion des Bewusstseins, deshalb bildet die Wahrnehmung nicht die Wirklichkeit ab, sondern die Wahrnehmung wird gebildet durch die Struktur des Bewusstseins. Die vorgegebene Struktur des Bewusstseins soll karmisch bedingt sein (was auch immer das bedeuten möge).

3)Samjñā-Skandha (Warnehmung)

die Ebene unterscheidender Wahrnehmung von äußeren Objekten, die durch die Herausbildung von Vorstellungen wirksam wird (intuitives und analytisch rationales Urteilvermögen).

4)Samskara-Skandha (Geistesformation)

die Ebene der Reaktion des Willens auf die Wahrnehmung von Objekten, woraus sich die Bewusstseinsimpulse ergeben, aus denen wiederum karmische Bildekräfte entstehen (ergibt den Charakter eines Menschen).

5) Vijñāna-Skandha (Bewusstsein)

Die Ebene der reinen Bewusstseinskraft, koordiniert alle anderen Ebenen und fasst alle zu einer koordinierten Gesamtheit zusammen.

Die fünf Skandhas sind nicht fünf Teile eines Ganzen, sie liegen jedem Bewusstseinsakt zugrunde, d. h. Fünf Skandhas bilden eine Einheit.

1) Kontakt mit dem Sinnesobjekt
2) Empfindung
3) bewusste Wahrnehmung
4) Wille, der ein Einordnung der Wahrnehmung in gespeicherte Muster auf Grund von Bewertung ermöglicht.
5) das Ins-Bewusstsein Treten


mArtinus

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